Allotoca – Mesa Central

Allotoca – Mesa Central

Bach bei Opopeo/River at OpopeoDas Mexikanische Hochland, das auch als Mesa Central bezeichnet wird, gilt als die Hochburg der mexikanischen Hochlandkärpflinge. In diesem rund 250.000km² großen Gebiet leben rund Dreiviertel der 40 Arten. Gleichzeitig ist dieses Areal aber auch das Zentrum der Landwirtschaft und des größten Teils der Industrie des Landes. Dünger und Pestizide aus der Landwirtschaft, ungeklärte Abwässer aus Industriebetrieben, der Wasserbedarf von Großstädten und das Ausbringen nicht heimischer Fisch- und Krebsarten führten in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem massiven Rückgang der autochthonen Fischbestände. Bei manchen Arten kam es dabei zu Populationsverlusten von mehr als 75%. Andere Arten wiederum büßten einen Großteil ihres Lebensraumes ein. Dieser Prozess findet immer noch statt.

Die Gattung Allotoca mit sieben und ihre Schwesterngattung Neoophorus mit einer einzigen Art gehören zu den am stärksten betroffenen Vertretern der Familie.  Allotoca goslinei verschwand um die Jahrtausendwende völlig aus dem einzig bekannten Lebensraum und wird nur noch in Aquarien gehalten und gezüchtet. Die Arten Allotoca diazi und meeki wiederum bewohnen heute nur mehr kleine Randgebiete ihrer ursprünglich großen Verbreitungsgebiete und die Restbestände von Allotoca maculata und Neoophorus regalis leiden massiv unter der Verschmutzung ihrer Lebensräume. Allotoca catarinae und zacapuensis scheinen zwar in ihren Beständen noch recht stabil zu sein, allerdings beschränkt sich ihre Herkunft auf nur zwei Flussabschnitte im Bereich einer größeren Stadt im ersten Fall und auf einen See, sowie ein davon isoliertes Quellgebiet im zweiten. Lediglich Allotoca dugesii scheint noch weiter verbreitet zu sein, allerdings kommt die Art in zumindest vier genetisch isolierten Populationen vor und ein Großteil der bekannten Lebensräume weist nur noch eine geringe Individuendichte auf. Die Verschmutzung der Gewässer, deren Eutrophierung und fremdländische Fischarten haben auch bei dieser Art zu Populationseinbußen von mehr als 75% geführt.
Allotoca dugesii (male)
Dies alles zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft der beiden Gattungen. Daher hat sich der ÖVVÖ entschlossen, für diese Gruppe ein Erhaltungszuchtprogramm einzuleiten, mit dem vorläufigen Ziel, diesem weitere Mitstreiter mit bestehenden Beständen zuzuführen und fehlende Populationen, rechtlich abgesichert, der Natur zu entnehmen. Ab Mitte 2017 sollen dann von den verfügbaren phylogenetischen Einheiten jeweils zumindest 1000 Individuen nachgezogen werden und die Bestände dauerhaft auf diesem Level gehalten werden.

Allotoca – Mesa Central

Laguna ZacapuThe Mesa Central in Mexico is the stronghold of the fish family Goodeidae, the Splitfins. About three-fourths of the 40 species live in this 250.000km² large area. Coincidentally this region is the centre of Mexican agriculture and the location of a great number of industrial plants. Fertilizers, pesticides, industrial wastewater, the water requirements of big cities and the repopulation of rivers with non-native fish and crayfish caused a massive decline of the indigenous fish populations during the last two decades. For some species this resulted in a population decrease of 75%, others lost a large share of their habitat. This process is still going on.

The genus Allotoca with seven and its sister genus Neoophorus with one species belong to the most seriously affected representatives of the whole family. Allotoca goslinei disappeared completely from its sole known habitat around the turn of the millennium and is now kept only in aquariums. Allotoca diazi and meeki can nowadays be found only at a small fringe of their former huge distribution areas and the remainders of the two species Allotoca maculata and Neoophorus regalis suffer severely from the pollution of their biotopes. Allotoca catarinae and zacapuensis seem to have quite stable stocks; nevertheless they are restricted to two river sections in the vicinity of a big city in case of the first species and to a lake and an isolated spring in the second. Only Allotoca dugesii still seems to have a large range of distribution, however the species is split up into at least four genetically isolated populations and the biggest percentage of their known habitats show a low density of individuals. Pollution, eutrophication and non-native fish lead to population losses even for this species of more than 75%.Allotoca zacapuensis (male)

This paints a gloomy picture of the future of both genera. Therefore the OEVVOE has decided to start a conservation project for this group of Splitfins. The preliminary goal is to invite more colleagues with existing stocks to the project and to catch and import missing populations from the wild on a legally secured basis. By the middle of 2017 we will start to bring up the available phylogenetic units to at least 1000 individuals each and keep them at this level permanently.

Projektleiter/project manager: Mag. Michael Köck          Email: m.koeck@oevvoe.org

Projektteilnehmer/project member
Nigel Hunter (GB)    Lars Vig Jensen (DK)    Milan Murko (SK)    Chris Neal (USA)    André Scheiwiller (CH)
Haus des Meeres (A)    Kossuth Lajos Gimnázium Goodeid Projekt (HU)

Project-Email: allotoca@oevvoe.org

Projektpartner/project partner

Logo Haus des Meeres KLG Goodeid Project Logo GWG
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